Messe BRÜNN: SALIMA 2010
Text: Meinhard
Foto:agentur domus communications und Foto: Jiří Zach, R. Schuster
Hr. Plank und Hr. Zak vom Austrian Trade Marketing Office Brno
Die Internationalen Nahrungsmittelmessen SALIMA sind um einen weiteren Teil reicher geworden – die 26. internationale Messe für Verpackungen und Verpackungstechnologien EMBAX, ergänzt die die restlichen Messen hervorragend was sich beim sehr gutes Endergebnis der Messe zeigte.
Der diesjährige fünfteilige Messekomplex deckt somit bereits die ganze Lebensmittelproduktion einschließlich Vertrieb, Technologien für die Verarbeitung von Nahrungsmitteln und Getränken, Finalprodukte, Verpackung und Kennzeichnung, Distribution, Handel und Gastronomie ab. Auf einer Fläche von knapp 18 Tausend Quadratmetern stellte sich ein umfassendes Angebot von 929 Firmen aus 26 Ländern vor.
Die Internationalen Nahrungsmittelmessen spiegeln selbstverständlich die allgemeine Wirtschaftslage der Bevölkerung und die Entwicklungen auf dem Markt wider. Absatzmöglichkeiten im Zuge der Globalisierung und der Konzentration des Markts werden immer weniger. Von den Nahrungsmittelmessen werden somit vor allem neue Impulse für attraktivere Angebote zum Vorteil der Endverbraucher erwartet. Partnerland der diesjährigen Messen ist die Slowakei als Schlüsselpartner der Tschechischen Republik auf dem Nahrungsmittelgebiet.
Alles dreht sich hier um gutes Essen und Trinken: Die Nahrungsmittelmesse SALIMA zählt zu den größten und wichtigsten internationalen Veranstaltungen dieser Art. Und EMBAX, eine Messe für Verpackungen und Verpackungs-technologien, erweitert das Angebot für die Besucher. An die 929 Aussteller haben sich heuer auf dem weit ausgedehnten Areal des Brünner Messegeländes eingefunden. Mit Tee aus Indien und Ceylon, Käse aus Holland (Slogan: “pioneers in international business”), Würste aus Polen, Morning Sun Food aus China. Vor allem aber wurde für die ganze Produktpalette der heimischen, speziell mährischen Landwirtschaft und Nahrungsmittel- Fabrikate geworben. Mit den Projekten “Czech Specials” und “Heimischer Fisch” im Mittelpunkt.
Österreichs Vertreter auf der Messe, betreut von der Prager Handelsstelle der Wirtschaftskammer Österreich und deren stellvertretendem Handelsdelegierten Mag. Christoph Plank,haben sich durchaus positiv zu verbesserten Verkaufschancen und Entwicklungsmöglichkeiten in unserem nördlichen Nachbarland geäußert. Österreichische Produkte werden in Tschechien in erster Linie als Qualitätsware der gehobenen Klasse geschätzt, haben einen guten Ruf und liegen preislich im oberen Segment. Frische der Waren und Qualitätssicherheit sind gegeben und werden gelobt. Und somit können auch etwas höhere Preise verlangt werden. Offensichtlich kein Problem für die 28 österreichischen Aussteller, überwiegend in Niederösterreich ansässige, welche hier ihre Geschäftsbeziehungen ausbauen oder neue Kontakte suchen und über die nahe Grenze liefern möchten.
Die Fleischerei Hofmann GmbH aus Hollabrunn etwa arbeitet mit Partnern aus Znaim zusammen, beschränkt sich vorläufig auf kleinere Geschäfte, sieht bei der Preisgestaltung überhaupt keine Schwierigkeiten. Würzige Häppchen bietet die Fleischwaren Berger GmbH aus Sieghartskirchen. Die EVA Handels GmbH (St. Rupprecht/Raab) liefert fruchtige Äpfel, Franz Neubauer e.V. geschmackige Retzer Delikatessen. Horvath´s Spezereyn Kontor (Deutsch Wagram) macht´s mit süß. Zimmermann bietet Teigwaren aus Weitra, Schäfer Fruchtsäfte aus Tattendorf. Gerhard Benninger aus Feuersbrunn möchte seine Fässer und Bottiche verkaufen. Die Niederösterreichische Handelsagentur ecoplus ist mit dabei. Und das AMA-Gütesiegel oben drauf verhilft zu einem besonders guten Image. Somit war im vergangenen Jahr während der Krise von einer rückläufigen Entwicklung der österreichischen Exporte nach Tschechien (Rückgang etwa bei Industrieprodukten minus 30 Prozent) kaum etwas zu merken. Der Nahrungsmittelexport blieb resistent, ist nicht eingebrochen, hat am tschechischen Markt auf hohem Niveau stagniert. Um rund 200 Millionen Euro wurden Lebensmittel von Österreich nach Tschechien ausgeführt. Die Ausfuhr von Getränken – ein Drittel davon alkoholische Getränke, auch Bier – ist 2009 mit einem Wert von 16 Millionen Euro dagegen allerdings um knapp 10 Prozent gesunken.
Weine, natürlich, auch diese werden über die Grenze geliefert. Es gibt zur Zeit rund 50 tschechische Weinimporteure, welche sich um den Verkauf der Weinen von etwa 100 österreichischen Winzern bemühen. Die Qualitäten der mährischen Weine reichen noch nicht an die der österreichischen Weine heran. Tschechiens Weinbauern tun sich mit dem internationalen Marketing noch recht schwer, und ihre Preise sind im Vergleich relativ hoch. Auf der Brünner Messe versucht Winzer Helmut Lang aus Illmitz, angelockt von einigen privaten Kunden, mit seinem wunderbaren süßen Auslese- Weinen den Einstieg in Tschechien und er hält nach Händlern Ausschau. Der Winzerhof SAX aus Langenlois ist bereits hier gewesen und ist bemüht, sich Schritt für Schritt geschäftlich zu verbessern. Ebenso Weinbauern aus Poysdorfer und Gols, und die Regauer Walla Getränkesyteme GmbH präsentiert die neuesten Schankeinrichtungen. Resümee: angenehme Stimmung in den weiten Messehallen. Und der Ruf österreichischer Lebensmittel-produkte ist bei unseren Nachbarn ausgezeichnet und kommt sehr gut an.
So wie in früheren Jahren war die SALIMA 2010 auch dieses Jahr Veranstaltungsort einer hochkarätig belegten internationalen Konferenz. Das FOOD FORUM 2010 zum Thema "Europäische Ernährungsindustrie und Landwirtschaft – künftige Rolle in der globalisierten Welt" fand unter der Teilnahme zahlreicher zuständiger Minister der europäischen sowie weiterer Länder statt.
